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Das Rad des Schicksals Tarot Bedeutung der Karte

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Botschaften:


  • Wendepunkt

  • Schicksal

  • Wandel

  • Zyklen

  • Glück

  • Timing

  • Bewegung

  • Neuausrichtung

  • Möglichkeiten

  • Vertrauen

  • Loslassen

  • Fügung

  • Veränderung

  • Rhythmus

  • Chance

  • Aufstieg

  • Erneuerung

  • Gelassenheit

  • Zusammenhänge

  • Lebenslauf

  • Flexibilität

  • Innere Mitte

  • Überraschung

  • Erkenntnis

  • Kreislauf

Eine Karte ohne Hauptfigur

Hier fehlt etwas, das fast jede andere Karte hat: ein Mensch. In der Mitte des Bildes schwebt ein großes goldenes Rad frei am Himmel, ohne Achse, ohne Halterung, ohne jemanden, der es bewegt. Auf seinem Rand stehen Buchstaben, die sich je nach Leserichtung anders zusammensetzen lassen, dazwischen alte Zeichen. Rechts gleitet eine Schlange am Rad hinunter, links steigt eine hundeköpfige Gestalt langsam nach oben, und auf der Spitze sitzt eine blaue Sphinx mit einem Schwert, vollkommen unbewegt. In den vier Ecken erscheinen geflügelte Wesen, ein Engel, ein Adler, ein Stier und ein Löwe, und jedes von ihnen liest in einem aufgeschlagenen Buch. Sie sitzen auf Wolken, ruhig, ohne Anteil am Drehen des Rades. Der Himmel ist klar und gelb, es gibt keine Landschaft, keinen Boden und keinen Ort. Trotz dieser durchgehenden Ruhe handelt die gesamte Karte von Bewegung.

Was sich dreht und was stillsteht

Alles auf dieser Karte lässt sich danach sortieren, ob es sich bewegt oder nicht. In Bewegung sind das Rad selbst, die absteigende Schlange und die aufsteigende Gestalt daneben: die eine löst auf, die andere beginnt neu, und beide gehören zusammen wie Ein und Ausatmen. Still stehen dagegen die Sphinx auf der Spitze und die vier Wesen in den Ecken, und genau darin liegt die Lehre. Die Sphinx sitzt dort, wo die Bewegung am geringsten ist, mit einem Schwert der Klarheit in der Hand, während die vier lesenden Wesen für die festen Zeichen des Tierkreises stehen und für Beständigkeit inmitten des Wandels. Dass sie lesen und nicht zuschauen, deutet an, dass Verstehen eine Möglichkeit ist, mit Veränderung umzugehen. Die Buchstaben auf dem Rad verbinden das Wort für Gesetz mit dem Namen des Göttlichen und sagen damit, dass diese Drehungen einer Ordnung folgen, auch wenn sie willkürlich wirken. Dass das Rad frei schwebt und niemand daran kurbelt, schließt sowohl den Zufall als auch die menschliche Steuerung aus. Und der wolkenlose Himmel nimmt dem Ganzen jede Drohung.

Kein Zustand bleibt

Die einfachste Aussage dieser Karte ist zugleich die unbequemste. Alles geht vorüber, und zwar in beide Richtungen: die schwere Phase, die endlos wirkt, ebenso wie die gute, die man am liebsten festhalten würde. Kennzeichnend für schwierige Zeiten ist dabei, dass man sich ein Ende nicht mehr vorstellen kann, obwohl es fast immer eines gibt. In guten Zeiten geschieht dasselbe mit umgekehrtem Vorzeichen, denn dort wird der Zustand für den Normalfall gehalten. Praktisch folgt daraus zweierlei: Auf einem Hochpunkt sollte man nichts dauerhaft festschreiben, und in einem Tiefpunkt sollte man keine endgültigen Entscheidungen treffen. Hilfreich ist, sich in beiden Lagen kurz zu notieren, wie es gerade ist, weil man sich später an keine der beiden Stimmungen genau erinnert. Zu beachten bleibt außerdem, dass diese Karte nicht verspricht, es werde besser, sondern nur, es werde anders. Wer diesen Rhythmus akzeptiert, verliert einen großen Teil der Angst vor Veränderung und gleichzeitig einen Teil der Selbstverständlichkeit im Guten. Beides gehört zusammen.

Der richtige Moment

Manche Dinge scheitern nicht, weil sie falsch sind, sondern weil sie zu früh kommen. Diese Karte spricht deshalb vom Timing, jenem schwer greifbaren Faktor, der über Gelingen mitentscheidet, ohne sich planen zu lassen. Dieselbe Idee, die vor drei Jahren niemanden interessiert hat, kann heute genau auf den Bedarf treffen, obwohl sich an ihr selbst nichts geändert hat. Zu beeinflussen ist der Zeitpunkt kaum, wohl aber die eigene Bereitschaft, wenn er eintritt. Gelegenheiten erkennen zudem meist nur diejenigen, die sich vorher mit dem Thema beschäftigt haben, weshalb Glück und Vorbereitung schwer zu trennen sind. Diese Karte kündigt oft an, dass sich eine Tür öffnet, die vorher verschlossen wirkte, ohne dass sich die eigene Anstrengung wesentlich verändert hätte. Solche Fenster bleiben allerdings selten lange offen, denn eine Drehung des Rades wartet nicht. Wer dauerhaft nur abwartet, übersieht deshalb genau die Bewegung, die gerade in seine Richtung läuft. Der praktische Rat lautet daher, weiterzuarbeiten, ohne das Ergebnis zu erzwingen, und dabei aufmerksam zu bleiben.

Muster erkennen

Auf den ersten Blick wirkt vieles zufällig, im Rückblick selten. Ähnliche Situationen, ähnliche Menschen, ähnliche eigene Reaktionen tauchen bei den meisten in erstaunlicher Regelmäßigkeit auf. Wenn sich eine Geschichte mit ganz verschiedenen Beteiligten wiederholt, liegt die einzige Konstante meist bei einem selbst. Praktisch lässt sich das prüfen, indem man drei ähnliche Situationen nebeneinanderstellt und nach dem Punkt sucht, an dem sie sich jedes Mal drehen. Häufig stammt dieses Muster aus sehr alten Zusammenhängen, oft aus der Familie, und wurde übernommen, lange bevor jemand darüber entscheiden konnte. Erkennen löst dabei noch kein Problem, aber es beendet die Wiederholung im Blindflug. Diese Karte lädt deshalb dazu ein, danach zu suchen, denn ein erkanntes Muster wiederholt sich seltener. Es geht ausdrücklich nicht darum, in allem eine höhere Bedeutung zu vermuten, sondern den eigenen Anteil an einem Kreislauf zu bemerken. Wer die Ursache dauerhaft bei den Umständen sucht, sorgt zuverlässig dafür, dass sich das Rad weiterdreht.

Nah an der Mitte

Die Sphinx auf der Spitze zeigt eine Haltung, die diese Karte von reiner Schicksalsergebenheit unterscheidet. Wer sich am äußeren Rand eines Rades befindet, wird bei jeder Drehung heftig geworfen, wer näher an der Mitte bleibt, spürt dieselbe Bewegung deutlich ruhiger. Übertragen bedeutet das, dass Schwankungen umso härter treffen, je stärker der eigene Wert an äußere Ergebnisse gebunden ist. Diese Mitte besteht meist aus sehr unspektakulären Dingen: aus Beziehungen, die unabhängig vom Erfolg bestehen, aus Gewohnheiten, die man auch in schlechten Wochen beibehält, und aus einigen Überzeugungen, die nicht ständig überprüft werden müssen. Ein guter Test ist die Reaktion auf Lob, denn wer davon sehr abhängig ist, wird von Kritik ebenso stark getroffen. Beides ist dieselbe Bindung, nur mit unterschiedlichem Vorzeichen. Zu beachten ist, dass die Sphinx trotzdem auf dem Rad sitzt und nicht daneben, denn niemand entkommt der Bewegung, man kann nur näher an ihrem ruhigen Punkt bleiben. Wer das übt, wird nicht unberührbar, sondern lediglich weniger geworfen. Diese Mitte ist deshalb keine Gleichgültigkeit, sondern Standfestigkeit.

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Was nicht in der eigenen Hand liegt

Sehr viel Anstrengung im Alltag richtet sich auf Dinge, die sich ohnehin nicht beeinflussen lassen. Das Rad hat keine Kurbel, es dreht sich weder schneller noch langsamer, gleichgültig wie sehr sich jemand bemüht. Besonders hartnäckig ist dabei die Sorge, die sich als Vorbereitung ausgibt, obwohl sie nichts verändert und nur Kraft verbraucht. In diesen Bereich fallen fremde Entscheidungen, fremde Meinungen, das Wetter, die Vergangenheit und der Ausgang fast aller Dinge. Die praktische Empfehlung dieser Karte ist deshalb eine Unterscheidung, nämlich die Frage, was zum eigenen Handlungsbereich gehört und was nicht. Am einfachsten wird das mit zwei Listen, weil auf dem Papier meist überraschend schnell sichtbar wird, wie kurz die erste ausfällt. Es gibt zudem eine Zwischenzone, in der man Einfluss hat, aber keine Kontrolle, und dort ist die eigene Arbeit sinnvoll, das Ergebnis jedoch nicht garantiert. Alles im ersten Bereich verdient volle Aufmerksamkeit, alles andere darf ziehen gelassen werden, und Loslassen heißt hier keineswegs, dass einem etwas gleichgültig wäre. Diese Trennung spart mehr Kraft als fast jede andere Entscheidung.

Die Mitte der Reise

Mit der Zehn steht diese Karte genau in der Mitte der Großen Arkana, und das ist bedeutsam. Alles davor handelte davon, Fähigkeiten zu entwickeln: Wille, Intuition, Ordnung, Aufbruch, Selbstbeherrschung, Einkehr. Hier greift zum ersten Mal etwas ein, das nicht aus dem Menschen selbst kommt, und die Reise wird von außen weitergedreht. Die Zehn schließt dabei einen vollständigen Zahlenkreis ab, weshalb sie zugleich ein Ende und einen Anfang markiert. Bemerkenswert ist außerdem, dass dieselben vier geflügelten Wesen erst hier und dann wieder auf der letzten Karte der Reihe erscheinen, was beide Punkte miteinander verbindet. Kein Leben besteht ausschließlich aus dem, was jemand selbst hergestellt hat, und genau das räumt diese Karte an dieser Stelle ein. Direkt danach folgt die Gerechtigkeit, also die Frage, wie jemand mit dem umgeht, was ihm zugefallen ist. Die zweite Hälfte der Reise handelt damit weniger vom Erwerben als vom Antworten. In dieser Abfolge liest sich das Rad weniger als Glückskarte und mehr als der Punkt, an dem aus einem Lebensweg eine Geschichte wird.

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