top of page

Das Rad des Schicksals Tarot Bedeutung umgekehrt

the world_edited.jpg

Botschaften:


  • Pech

  • Widerstand gegen Veränderung

  • Festgefahrener Kreislauf

  • Verzögerung

  • Kontrollverlust

  • Wiederkehrende Muster

  • Missgeschick

  • Festhalten

  • Äußere Kräfte

  • Gebrochener Schwung

  • Umkehr

  • Falscher Zeitpunkt

  • Unterbrochener Fortschritt

  • Schicksalsglaube

  • Ungelernte Lektion

Acht Buchstaben auf einem Reifen

Lies zuerst den Reifen, denn Das Rad des Schicksals umgekehrt beginnt bei den Buchstaben darauf. Es sind acht, und du kannst sie als ROTA lesen, als TARO, als ORAT und als TORA, je nachdem, wo du beginnst. Dazwischen stehen die vier hebräischen Zeichen des Gottesnamens. Im Inneren des Rades sitzen vier alchemistische Zeichen: Quecksilber, Schwefel, Wasser und Salz, also die Bestandteile jeder Verwandlung. Oben thront eine blaue Sphinx mit einem Schwert. Rechts steigt eine schakalköpfige Gestalt auf, links sinkt eine Schlange. In den vier Ecken lesen geflügelte Wesen in Büchern, und nirgends im Bild gibt es festen Boden.
Bei Das Rad des Schicksals umgekehrt sinkt die Sphinx nach unten, sodass der einzige ruhende Punkt nun unter allem liegt statt darüber. Schlange und Schakal tauschen die Plätze. Die alchemistischen Zeichen kehren sich um, bleiben vorhanden und stehen nicht mehr in Ordnung. Und die vier Wesen lesen weiter, während sich alles zwischen ihnen dreht. Behalte dieses Detail im Kopf, denn Das Rad des Schicksals umgekehrt bewegt sie als Einzige nicht. Beachte, dass das Rad frei hängt. Es steht auf nichts, es ist an nichts befestigt, und niemand hält es. Genau diese Freistellung macht die Aussage: Was sich hier dreht, gehört zu keinem Besitzer und lässt sich von keiner Seite anhalten.

Unten angekommen und festgefahren

Die häufigste Bedeutung ist eine Phase, die am tiefsten Punkt ihrer Drehung stockt. Nichts Katastrophales geschieht. Es bewegt sich nur nichts. Bewerbungen bleiben unbeantwortet. Gespräche drehen sich. Derselbe Monat wiederholt sich mit anderen Daten. Was du hier spürst, ist die besondere Müdigkeit, alles richtig zu machen und keine Wirkung zu sehen. Und weil nichts sichtbar schiefgeht, kannst du niemandem gut erklären, warum es dich so ermüdet.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Verzögerung und Sackgasse, denn von innen fühlen sich beide gleich an. Ein Rad am unteren Punkt bleibt ein Rad. Im Bild gibt es nirgends festen Boden, und das heißt: Nichts hier ist von Dauer, auch dieser Zustand nicht. Deine Arbeit besteht deshalb nicht in mehr Druck. Sie besteht darin, die laufenden Kosten dieser Phase zu senken, in Zeit ebenso wie in Geld, damit Warten für dich bezahlbar bleibt. Wer sich unten verausgabt, hat nichts mehr übrig, wenn sich das Rad hebt. Halte außerdem eine kleine Sache in Bewegung, die vollständig in deiner Hand liegt. Wer unten ganz stehen bleibt, kommt beim Anstieg schwer wieder in Gang, und der Anstieg kommt. Ein praktischer Hinweis dazu: Rechne aus, wie lange du diese Phase bei den derzeitigen Kosten aushältst. Nenn eine Zahl in Monaten. Die meisten haben diese Rechnung nie gemacht und stellen fest, dass sie entweder deutlich länger durchhalten als befürchtet oder dass sie sofort etwas ändern müssen. Beide Auskünfte sind besser als keine. Und prüf, worauf du gerade wartest. Wartest du auf ein bestimmtes Ereignis, oder wartest du allgemein darauf, dass es besser wird? Das Erste kannst du terminieren und überprüfen. Das Zweite hat kein Ende, und unter dieser Karte verwandelt es sich zuverlässig in ein Jahr.

Oben festhalten

Die zweite Seite trifft dich in guten Zeiten, und deshalb erkennst du sie selten. Das Rad steht hoch. Deine Position gilt inzwischen als dauerhafte Leistung statt als Abschnitt. Der Erfolg war echt und du hast ihn erarbeitet. Danach folgt eine stille Umdeutung: Eine günstige Strecke buchst du als persönliche Überlegenheit.
Ist das geschehen, wirkt jeder Abschwung wie eine Beleidigung statt wie Wetter, und der Aufwand, die Position zu halten, wächst enorm. Die mittelalterliche Rota Fortunae zeigte dazu vier Figuren mit vier Sprüchen: Ich werde herrschen, ich herrsche, ich habe geherrscht, ich bin ohne Herrschaft. Alle vier sind dieselbe Person an vier Punkten derselben Drehung. Die aufsteigende und die fallende Gestalt am Rad sagen dasselbe, denn keine von beiden hat für ihren Platz etwas getan. Das ist kein bequemer Gedanke und ein schützender. Wer weiß, dass sich das Rad dreht, bereitet sich anders vor. Ein nützlicher Test: Schreib auf, welche Teile deiner Lage du steuerst und welche durch Zeitpunkt entstanden sind. Für die zweite Liste lässt sich vorsorgen, und genau das unterlässt man oben zuverlässig. Achte außerdem darauf, wie du über deine gute Phase sprichst. Sagst du, du hast hart gearbeitet, oder sagst du, es hat sich gefügt? Beides stimmt meist zugleich, und die Fassung, die du bevorzugst, verrät dir, wie hart dich der nächste Abschwung treffen wird. Achte zusätzlich darauf, wie du über Menschen sprichst, denen es gerade schlechter geht. Klingt darin eine Erklärung mit, die auf ihre Person zielt statt auf ihre Umstände, dann sitzt du gerade oben und hältst das für Verdienst. Dieselbe Erklärung wird dir im Abschwung angeboten werden.

Zehn: der Kreis, der sich neu öffnet

Das Rad trägt die Zehn. Sie besteht aus Eins und Null und schließt einen Zyklus, der sofort neu beginnt. Reduziert führt sie zurück auf die Eins. Jeder Abschluss bringt dich also an einen Ausgangspunkt zurück, diesmal mit dem, was der Durchgang dich gelehrt hat. Umgekehrt weigert sich der Kreis zu schließen. Die Lektion kreist, weil du sie nie vollständig aufgenommen hast, und im Alltag erkennst du das leicht: dieselbe Art von Stelle, dieselbe Art von Partner, derselbe Streit in einem anderen Zimmer. Die Umstände wechseln, die Form bleibt.
Beachte außerdem, was die vier Eckfiguren tun. Sie lesen, statt zuzusehen. Das ist eine Anweisung: Was sich dreht, lässt sich nicht anhalten, aber es lässt sich studieren. Häufen sich Zehnen um dich herum, während diese Karte wiederkehrt, dann fragt ein Zyklus nach Aufmerksamkeit und nicht nach Flucht.

Jupiter, Feuer und ungeprüftes Wachstum

Zugeordnet ist Jupiter, dazu das Element Feuer. Jupiter gilt als der wohlwollende Planet. Er öffnet Türen und vergrößert, was er berührt, ohne zu prüfen, ob es das verdient. Deshalb wirkt diese Karte großzügig, obwohl sie etwas völlig Unpersönliches zeigt. Feuer liefert die Bewegung, weshalb sie einen Verlauf beschreibt und keinen Zustand. Unter Jupiter kommt Wachstum meist schneller als erwartet und aus einer Richtung, die niemand beobachtet hat.
Ein Vergleich mit der Marseiller Fassung ist hier aufschlussreich. Dort sitzen drei Tiere am Rad, es gibt keine Sphinx, und an der Seite befindet sich eine Kurbel. Jemand dreht das Rad also von Hand. Smith hat diese Kurbel entfernt. Damit verschwand der Drehende aus dem Bild, und das Rad dreht sich seither von selbst. Das ist eine bewusste Aussage über Zuständigkeit: Es gibt niemanden, mit dem du verhandeln könntest. Umgekehrt bleibt Jupiters Eigenschaft erhalten und richtet sich gegen dich, denn ein Planet ohne Urteilsvermögen vergrößert auch das, was besser klein geblieben wäre. Zu beachten ist außerdem, dass die vier Eckfiguren aus der Vision des Ezechiel stammen und später zu den Zeichen der vier Evangelisten wurden. Astrologisch entsprechen sie den festen Zeichen Stier, Löwe, Skorpion und Wassermann. Sie sind das Feste in einem Bild, das ansonsten aus Bewegung besteht. Beachte auch, dass die vier Eckwesen lesen und nicht zusehen. Das ist eine Anweisung: Was sich dreht, lässt sich nicht anhalten, aber es lässt sich studieren. Die einzige Handlung, die dir in dieser Karte durchgehend offensteht, ist das Verstehen dessen, was gerade mit dir geschieht.

Wenn Jupiter das Falsche vergrößert

Jupiters Schatten ist Vergrößerung ohne Auswahl. Deine Verpflichtungen vermehren sich. Deine Zuversicht eilt den Belegen davon und tut das weiterhin. Ein Vorhaben wächst über sein Fundament hinaus, ohne dass jemand nachrechnet, und du merkst es erst, wenn etwas nachgibt.
Eine feinere Fehlform betrifft die Zuschreibung. Ergebnisse, die durch Zeitpunkt entstanden sind, buchst du als eigenes Verdienst. Feuer verstärkt beides, denn es erzeugt Hitze ohne Richtung, also viel Bewegung und wenig zurückgelegte Strecke. Die unbequeme Frage lautet deshalb nicht, ob du gerade Pech hast. Sie lautet, ob in deinem Leben ein Mangel an Gelegenheiten herrscht oder ein Überschuss. Jupiter bringt zuverlässig beides hervor, und die Gegenmittel sind entgegengesetzt. Bei Mangel senkst du die Kosten des Wartens. Bei Überschuss streichst du, und zwar bevor etwas nachgibt, denn dieser Planet zeigt dir die Grenze nie von selbst. Prüf das an einer einfachen Frage. Sind deine Verpflichtungen im letzten Jahr mehr oder weniger geworden? Ist die Antwort mehr, und hast du im selben Zeitraum nichts gestrichen, arbeitet Jupiter gerade gegen dich, unabhängig davon, wie gut die einzelnen Zusagen waren. Achte zusätzlich auf eine leise Fehlform. Unter Jupiter wächst nicht nur, was du willst, sondern auch, was du dulden lässt. Eine Gewohnheit, eine Verpflichtung, eine Beziehung, die du nie ausdrücklich gewählt hast, dehnt sich in guten Phasen genauso aus wie alles andere.

1
8
3
6
5 euro
7
9

Die Sphinx bewegt sich nicht

Alles in diesem Bild ist in Bewegung. Der Schakal steigt, die Schlange fällt, das Rad dreht sich mitsamt den Buchstaben. Nur die Sphinx bewegt sich nicht. Sie wird nicht mitgetragen, sondern sitzt oben auf dem Rad. Damit benennt sie eine Position, von der aus du das Drehen betrachten statt erleiden kannst, und diese Position ist verfügbar. Sie ist kein Talent und keine Gnade, sondern ein Standort.
Ihr Schwert gehört dazu. Ein Schwert trennt, und hier sind zwei Dinge zu trennen: was geschehen ist und was es über dich aussagt. Beides ist nicht dasselbe, und wer es verwechselt, macht aus einem gewöhnlichen Abschwung ein Urteil über den eigenen Wert. Umgekehrt fällt die Sphinx an den unteren Rand. Du befindest dich dann im Drehen statt darüber. Jeder Aufstieg gilt dir als Beweis deines Werts, jeder Fall als Urteil darüber, und das ist erschöpfend, weil das Rad nicht anhält. Achte deshalb weniger darauf, wo du gerade stehst, und mehr darauf, ob du deinen Standort noch von dem unterscheiden kannst, was du bist. Beachte, dass die Sphinx ein Rätselwesen ist. Sie stellt Fragen, statt sie zu beantworten, und ihr Platz ganz oben sagt: Der Überblick besteht nicht darin, das Ergebnis zu kennen, sondern darin, die richtige Frage über das Drehen stellen zu können. Prüf das an dir selbst. Beschreib deine derzeitige Lage in zwei Sätzen, einmal als Ereignis und einmal als Urteil über dich. Die meisten merken sofort, dass sie fast nur die zweite Fassung mit sich herumtragen, obwohl nur die erste überprüfbar ist.

Kosten senken, Muster lesen

Kläre zuerst, an welcher Stelle der Drehung du stehst. Unten heißt die Anweisung Schonung statt Anstrengung. Senk die laufenden Kosten dieser Phase, damit nicht alles verbraucht ist, wenn sich etwas bewegt. Halte eine kleine Sache in Bewegung, die ganz in deiner Hand liegt. Oben heißt sie Vorsorge ohne Schwarzmalerei: Bau das, was nach der Drehung noch da ist, und tu es jetzt, solange es dir leichtfällt.
Betrifft die Karte ein wiederkehrendes Muster, hilft eine nüchterne Aufstellung. Notier die letzten drei Male und such ausschließlich nach dem Gemeinsamen. Lass die Unterschiede bewusst weg, denn sie sind es, die dich bisher überzeugt haben, es sei jedes Mal etwas anderes gewesen. Das gemeinsame Element ist deine Lektion. Umstände zu wechseln ist genau das, was dieses Muster bisher überlebt hat, und deshalb bringt dich der nächste Wechsel ohne diese Aufstellung an denselben Punkt. Setz dir außerdem ein Datum für die nächste Überprüfung, statt täglich nachzusehen. Dieses Rad dreht sich nach seinem Fahrplan und nicht nach deinem. Und behandle das Warten als Fähigkeit statt als Zustand. Wer unten gut wartet, kommt oben besser an, weil er weder verbraucht noch verbittert ist. Das klingt nach wenig und entscheidet in dieser Karte mehr als jede Anstrengung, die du in der falschen Phase aufwendest.

Kommentare

bottom of page