top of page

Neun der Kelche Tarot Bedeutung umgekehrt

the world_edited.jpg

Botschaften:


  • Nicht gehen können

  • Zurückkehren

  • Angst vor Veränderung

  • Ziellose Bewegung

  • Unerledigtes

  • Zu lange bleiben

  • Vermeidung

  • Zweifel

  • Rückkehr

  • Unruhe

  • Verweigerter Aufbruch

  • Schlechter Abschied

  • Hohler Erfolg

  • Lose Enden

  • Festgehalten

Neun Kelche hinter ihm

Sieh nach, wo die Kelche stehen, denn dort steckt der Gehalt von Neun der Kelche umgekehrt. Sie stehen hinter dem Mann und über seinem Kopf. Ein kräftiger Mann sitzt auf einer niedrigen Holzbank, die Arme vor der Brust verschränkt, die Beine auseinander. Er trägt eine rote Kappe und blickt zufrieden geradeaus aus der Karte heraus. Hinter ihm verläuft eine geschwungene Theke, mit blauem Tuch verhängt und auf eine Höhe über seinem Kopf gebracht, und darauf stehen neun goldene Kelche in einem Bogen. Sie sind gleichmäßig verteilt und gleich geformt. Er berührt keinen davon und kann von seinem Platz aus keinen sehen.
Beachte, dass es hier keine zweite Gestalt und keine Landschaft gibt. Nur der blaue Vorhang, der Kelchbogen und ein Mensch davor mit verschränkten Armen. Bei Neun der Kelche umgekehrt schwingt der Bogen unter die Bank, sodass neun Gefäße, die hinter und über ihm ausgestellt waren, unter ihm landen, wo sie weder Ausstellung noch Vorrat sind. Seine verschränkten Arme lösen sich. Die Bank kippt nach vorn, und seine zufriedene, nach vorn gerichtete Haltung dreht sich zum Boden. Das blaue Tuch, das die Theke bedeckte und verbarg, worauf der Bogen tatsächlich ruht, fällt herunter. Keiner der neun Kelche verschwindet. Sie verlassen nur die Anordnung, die sie wie eine Leistung aussehen ließ. Beachte auch, dass die Bank niedrig ist und die Theke hoch. Diese Höhendifferenz ist gezeichnet und nicht zufällig: Was du erreicht hast, steht über dir, und du sitzt darunter, ohne es zu erreichen.

Bekommen und nichts fühlen

Der Wunsch wurde erfüllt. Das ist der Teil, den Menschen am schwersten aussprechen, denn damit fällt die naheliegende Erklärung für die Flachheit weg, die danach kam. Die Beförderung ist gekommen. Das Haus wurde gekauft. Die Beziehung ist geworden, was du wolltest. Alle neun Kelche stehen im Regal, und etwas, das am Ende hätte geschehen sollen, ist nicht geschehen.
Das ist häufig genug, um vorhersagbar zu sein, und es wird selten besprochen, weshalb du daraus schließt, mit dir sei etwas nicht in Ordnung. Der Aufbau der Karte liefert dir eine brauchbare Beobachtung. Er sitzt mit dem Rücken zur Ausstellung, die Arme verschränkt, und kann die neun Kelche nicht sehen, auf die er so stolz ist. Zufriedenheit ist hier eine Haltung und keine Erfahrung, und Haltungen lassen sich von innen nicht spüren. Wenn das deine Fassung ist, lautet die Frage nicht, was du als Nächstes wollen sollst. Sie lautet, ob dein Erreichtes je mit etwas verbunden war, das du tatsächlich benutzt, oder ob es eine Form war, von der dir gesagt wurde, sie werde ein Gefühl erzeugen. Prüf zusätzlich, wie lange zwischen deinem Erfolg und deiner Flachheit lag. Bei vielen sind es nur wenige Wochen, und diese kurze Spanne erklärt, warum du sie nicht miteinander verbindest. Und prüf, wem du von deinem Erfolg erzählt hast und wer dir tatsächlich zugehört hat. Bei dieser Karte fehlt oft nicht die Anerkennung, sondern ein Mensch, der versteht, was daran schwer war.

Behaglichkeit, die nichts mehr fragt

Es gibt eine zweite Lesart, die von Selbstzufriedenheit handelt, und sie gilt für Lagen, die funktionieren. Hier ist nichts falsch. Die Anordnung liefert, der Appetit ist gut versorgt, und ein eingerichtetes Leben ist still zu einem geschlossenen geworden. Die verschränkten Arme sind der Hinweis. Diese Haltung ist bequem und zugleich die am wenigsten aufnahmebereite, die es gibt, und wer so dasitzt, wird nichts Neues annehmen, ohne die Arme vorher zu lösen.
Was das kostet, zeigt sich langsam. Du lernst nichts hinzu. Deine Neugier verengt sich auf die Bereiche, die du bereits beherrschst. Beziehungen laufen zu den eingespielten Bedingungen weiter und hören auf, sich zu entwickeln, denn Entwicklung braucht ein Maß an Störung, das Behaglichkeit nicht zulässt. Wenn Neun der Kelche umgekehrt bei dir um eine gute Lage auftaucht statt um eine enttäuschende, ist das die Lesart, die du prüfen solltest. Es muss hier nichts repariert werden. Die Frage lautet, ob du noch in einem Leben stehst oder davor sitzt, und das erkennst du meist daran, wie du darauf reagierst, wenn dich jemand bittet, etwas zu versuchen, worin du schlecht wärst. Und beachte, dass verschränkte Arme auch Schutz bedeuten. Wer zufrieden ist, muss sich nicht schützen. Frag dich also, wogegen deine Haltung gerade gerichtet ist, denn sie stammt vielleicht nicht aus Behagen. Und beachte, dass dir deine Behaglichkeit niemand vorwirft. Sie ist keine Verfehlung. Sie ist nur ein Zustand, aus dem heraus du keine neuen Erfahrungen mehr machst, und das merkst du erst nach Jahren.

Neun: das volle Maß

Die Neun ist die letzte einstellige Zahl und steht am Ende eines Zyklus statt an seinem Anfang. Alle Neunen der Kleinen Arkana zeigen eine Farbe kurz vor ihrer Vollendung, und im Wasser bedeutet Vollendung gefühlsmäßige Befriedigung, weshalb diese Karte überliefert als Wunschkarte gilt. Die Numerologie gibt der Neun Erfüllung, Übersicht und jene Weisheit, die erst eintrifft, nachdem eine Erfahrung vollständig gemacht wurde.
Umgekehrt kommt die Erfüllung nicht an. Gelesen wird das als Zyklus, der sachlich abgeschlossen wurde, ohne zu liefern, was ein Abschluss liefern sollte, und genau das ist die beschriebene Flachheit. Es gibt eine zweite Lesart, die das Übermaß betrifft, denn die Neun ist auch der Punkt, an dem eine Farbe mehr von ihrem Element enthält, als sich sinnvoll halten lässt. Im Wasser erzeugt das Ausschweifung statt Zufriedenheit. Wenn sich Neunen um dich häufen, während diese Karte wiederkehrt, frag dich, ob dein Zyklus nicht geliefert hat oder ob er mehr geliefert hat, als du gebrauchen kannst, denn die beiden verlangen entgegengesetzte Behandlung. Beachte auch, dass die Neun im Wasser als einzige eine Person zeigt, die nichts tut und trotzdem zufrieden aussieht. In den anderen Farben wird gewacht, gearbeitet oder gelitten. Hier wird gesessen, und das ist die eigentliche Prüfung. Und beachte, dass die Neun im Deck immer kurz vor der Zehn steht. Was du hier hast, ist noch nicht das Ende, und deshalb ist deine Unruhe keine Undankbarkeit, sondern ein Hinweis auf einen Rest.

Jupiter in den Fischen

Zugeordnet ist Jupiter in den Fischen, also Jupiter in einem Zeichen, das er in der älteren Überlieferung selbst beherrschte, und damit die großzügigste Verbindung im ganzen Deck. Jupiter vergrößert, was er berührt, und die Fische lösen Grenzen auf. Zusammen ergeben sie Fülle ohne natürlichen Haltepunkt, und das erklärt zugleich das Angenehme der aufrechten Karte und die bestimmte Art, wie sie schiefgeht. Nichts an dieser Verbindung weiß, wann Schluss ist, denn keiner der beiden Bestandteile enthält einen Mechanismus zum Aufhören.
Umgekehrt läuft die Vergrößerung über den Punkt des Nutzens hinaus. Jupiter macht größer, was verhältnismäßig hätte bleiben sollen, und die Fische entfernen die Kante, die dir gesagt hätte, dass genug angekommen ist. In der Praxis siehst du das als Appetit, der deinem Genuss davonläuft, beim Essen, beim Ausgeben, bei der Arbeit oder bei der Suche nach Bestätigung. Die Umkehrung erzeugt in manchen Legungen auch das Gegenteil, wenn Jupiters Großzügigkeit sich zurückzieht und die Fülle dünner wird. Beides stammt aus derselben Quelle. Unter dieser Karte kommt Zufriedenheit nicht dadurch, dass du die Menge erhöhst, denn die Menge war nie die Beschränkung. Ein praktischer Hinweis: Diese Zuordnung braucht eine Zahl von außen. Setz dir vorher fest, wie viel genug ist, denn im Vollzug wirst du es nicht spüren, und danach wirst du es begründen können. Und prüf, ob dein Genuss in letzter Zeit größer geworden ist, während deine Freude gleich geblieben ist. Diese Schere ist das kennzeichnende Zeichen dieser Zuordnung.

Jupiter kennt kein Genug

Diese Verbindung prüft nicht, was sie vergrößert. Umgekehrt vergrößert Jupiter dein Bedürfnis statt seiner Erfüllung, und das ist der Mechanismus hinter einer Erfahrung, die viele kennen: Was du bekommst, wirkt kurz und ist am übernächsten Tag verbraucht, und du brauchst mehr davon, ohne dass sich am ursprünglichen Wunsch etwas geändert hätte.
Die Fische fügen hinzu, dass sie keine Grenze setzen. Deshalb fehlt bei dieser Zuordnung das Signal, an dem andere Menschen aufhören, und du merkst erst hinterher, dass du zu weit gegangen bist. Prüf deshalb, ob du irgendwo eine feste Zahl hast, die dir sagt, wann genug ist, und wenn nicht, setz eine, bevor du dich in der Sache befindest. Diese Verbindung lässt sich nicht im Vollzug bremsen, und sie lässt sich vorher begrenzen. Und beachte, dass Jupiter nicht straft. Er hört einfach nicht von selbst auf, und das ist etwas anderes und leichter zu handhaben, wenn du es weißt. Und prüf, ob du in letzter Zeit etwas gekauft, gegessen oder zugesagt hast, weil es verfügbar war und nicht, weil du es wolltest. Diese Verbindung unterscheidet zwischen beidem nicht von allein. Und beachte, dass du bei dieser Verbindung keinen inneren Stopp hast. Was dich sonst begrenzt, sind Umstände, und deshalb wirkt eine äußere Regel hier besser als jeder Vorsatz.

1
8
3
6
5 euro
7
9

Er sieht seine Kelche nicht

Sieh dir die Anordnung an. Die neun Kelche stehen auf einer erhöhten Theke hinter ihm, über seinem Kopf, und er sitzt mit verschränkten Armen und dem Blick nach vorn. Von seinem Platz aus kann er keinen einzigen davon sehen. Die Ausstellung besteht vollständig für den, der dort steht, wo wir stehen, also für andere Menschen, und er ist dem Publikum zugewandt und nicht der Sammlung.
Diese Anordnung ist das Brauchbarste an der Karte. Was er hat, gehört wirklich ihm, und er hat keinen Kontakt dazu, und das beschreibt genau jene Errungenschaften, die verfolgt wurden, weil sie gut aussehen würden, und nicht, weil sie etwas liefern. Umgekehrt schwingt der Bogen unter ihn und wird noch unzugänglicher, was geschieht, wenn eine Ausstellung aufhört, Aufmerksamkeit zu erzeugen, und darunter nichts liegt. Die Korrektur, die das Bild nahelegt, ist einfach und ein wenig komisch. Dreh dich um. Was auf diesem Regal steht, wurde von der Person, die es dort hingestellt hat, nie angesehen. Prüf außerdem, wem deine Ausstellung gilt. Wenn dir zu jedem Kelch ein Mensch einfällt, der ihn sehen sollte, hast du eine Antwort darauf, warum das Erreichte bei dir selbst nichts auslöst. Und prüf, ob du deine Kelche selbst gewählt hast. Manche Menschen sammeln, was andere für erstrebenswert halten, und wundern sich, dass die Sammlung sie nichts fühlen lässt.

Prüfen, was der Wunsch liefern sollte

Stell fest, ob dein Wunsch falsch war oder dein Wollen geliehen. Schreib auf, was du von deinem Erreichten erwartet hast, und zwar in Gefühlen und nicht in Ergebnissen, und prüf dann, ob irgendetwas auf dieser Liste jemals aus der Sache hätte kommen können, die du verfolgt hast. Die meisten sind überrascht, wie wenig Zusammenhang besteht, und diese Entdeckung ist nützlicher als jede Anpassung deines nächsten Ziels.
Ist deine Fassung Behaglichkeit statt Enttäuschung, lös bewusst die Arme. Nimm eine Sache auf, in der du sichtbar schlecht sein wirst, und beobachte, wie viel Widerstand ein eingerichtetes Leben dagegen erzeugt. Und dreh dich um. Hinter dir stehen neun Kelche, die du nie tatsächlich angesehen hast, und diese Karte ist ziemlich genau in der Unterscheidung zwischen etwas besitzen und mit etwas in Berührung sein. Zufriedenheit war in dieser Farbe nie eine Frage der Menge, und deshalb hat neun von irgendetwas sie nicht erzeugt. Und beachte, dass sich der Bogen nicht abbauen muss. Es genügt, dass du dich einmal umdrehst, und diese Bewegung kostet nichts außer der Bereitschaft, das eigene Erreichte anzusehen, ohne es sofort zu bewerten. Und beachte, dass die Antwort nicht in einem neuen Wunsch liegt. Diese Karte wiederholt sich, solange du sie mit einem weiteren Ziel beantwortest, denn das Ziel war nie das Problem.

Kommentare

bottom of page