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Zwei der Schwerter Tarot Bedeutung umgekehrt

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Botschaften:


  • Verwirrung

  • Fehlende Klarheit

  • Missbrauchte Wahrheit

  • Schärfe

  • Blockierter Gedanke

  • Falsche Gewissheit

  • Unentschlossenheit

  • Verletzende Worte

  • Zensierte Meinung

  • Fehlurteil

  • Aufgeschobene Entscheidung

  • Zerstreuung

  • Zu spät gesprochen

  • Halbwahrheit

  • Stumpfe Klinge

Eine Binde und ein Meer dahinter

Achte auf das, was hinter ihr liegt, denn dort beginnt Zwei der Schwerter umgekehrt. Eine Frau in weißem Gewand sitzt auf einer niedrigen Steinbank, den Rücken zu einem Gewässer, aus dem felsige Inseln ragen. Sie kann nichts davon sehen, denn ihre Augen sind mit einem Tuch verbunden. Ihre Arme sind vor der Brust gekreuzt, in jeder Hand ein langes Schwert, aufrecht gehalten und in vollkommener Symmetrie. Über ihr steht ein zunehmender Mond. Der Boden unter ihr ist glatt und kahl, das Wasser ruhig, und die ganze Anordnung ist so ausgeglichen, dass sich nichts von selbst bewegen kann.
Beachte, dass die Binde selbst angelegt wurde und die Schwerter selbst gehalten werden. Niemand sonst ist im Bild. Bei Zwei der Schwerter umgekehrt rutscht das Tuch, und das Erste, was sichtbar wird, ist das Wasser hinter ihr, das sie die ganze Zeit im Rücken hatte. Die gekreuzten Arme lösen sich, und die beiden Klingen, deren Gewicht sich gegenseitig aufhob, kippen in verschiedene Richtungen, sodass die Symmetrie endet. Die Steinbank neigt sich nach vorn. Der zunehmende Mond wandert unter sie. Was die Umkehrung entfernt, ist das Gleichgewicht, und ein Gleichgewicht zu verlieren ist in dieser Karte kein Verlust, sondern die einzige Bewegung, die überhaupt möglich war. Beachte auch, dass die Schwerter länger sind als ihre Arme. Sie hält zwei Gegenstände, die sie kaum bewegen kann, und das ist eine Auskunft über die Größe der Frage im Verhältnis zu deinen Mitteln.

Nicht entscheiden können

Zwei Möglichkeiten wiegen exakt gleich, und diese Gleichheit ist echt und kein Einbildungsfehler. Genau das macht die Lage so zäh. Wenn eine Seite deutlich besser wäre, hättest du längst gewählt. Beide Klingen sind gleich lang und werden mit gleicher Kraft gehalten, und deshalb bewegt sich nichts, und deshalb kannst du dir auch nicht vorwerfen, zu träge zu sein.
Was die aufrechte Karte hinzufügt, ist die Binde, und die ist entscheidend. Sie unterscheidet dieses Patt von einer sachlichen Unentschiedenheit. Wer die Augen verbunden hat, entscheidet ohne Anschauung und wägt zwei Vorstellungen gegeneinander statt zweier Lagen. Prüf deshalb, welche Angabe dir tatsächlich fehlt, und beschaff genau diese. In den meisten Fassungen dieser Karte gibt es eine bestimmte Auskunft, die das Patt sofort auflösen würde, und sie wurde nicht eingeholt, weil das Einholen bereits eine Entscheidung darüber wäre, welche Richtung man ernst nimmt. Prüf zusätzlich, ob dir jemand die fehlende Auskunft geben könnte. In den meisten Fassungen dieser Karte gibt es eine Person, die es weiß, und der Grund, sie nicht zu fragen, ist selten praktischer Natur. Und prüf, ob du beide Möglichkeiten gleich gründlich untersucht hast. Meist ist eine davon ausführlich geprüft und die andere nur gefühlt, und dieses Ungleichgewicht hält das Patt aufrecht.

Nicht hinsehen wollen

Die zweite Lesart ist unbequemer und häufiger. Hier fehlt keine Angabe. Du weißt bereits, was der Fall ist, und die Binde hält genau diese Kenntnis draußen. Das ist kein Selbstbetrug im gewöhnlichen Sinn, denn du könntest die Sache jederzeit benennen, wenn dich jemand fragte. Sie wird nur nicht angesehen, und Nichtansehen ist eine eigene Tätigkeit, die täglich Kraft verbraucht.
Am deutlichsten zeigt sich das an dem, was hinter ihr liegt. Das Wasser ist die Farbe des Gefühls, und sie sitzt mit dem Rücken dazu. Sie hat sich von dem abgewandt, was sie empfindet, und wägt stattdessen zwei Gedanken gegeneinander, was in dieser Farbe die naheliegende Bewegung ist. Umgekehrt kommt genau dieses Wasser ins Blickfeld. Wenn Zwei der Schwerter umgekehrt bei dir auftaucht und dich etwas beunruhigt, das du seit Wochen umgehst, ist das die Lesart. Deine Entscheidung ist gefallen, und was noch aussteht, ist nicht das Wählen, sondern das Hinsehen. Und beachte, wie viel Kraft das Nichtansehen verbraucht. Es sieht nach nichts aus und läuft den ganzen Tag mit, und deshalb sind Menschen unter dieser Karte müde, ohne auf eine Tätigkeit zeigen zu können. Und beachte, dass du die Sache jederzeit benennen könntest, wenn dich jemand fragte. Genau das unterscheidet diese Lage vom Nichtwissen, und es bedeutet, dass die Arbeit klein ist und unangenehm.

Zwei: das Patt

Mit der Zwei entsteht ein Gegenüber und damit Vergleich, Spannung und Wahl. Alle Zweien der Kleinen Arkana zeigen ein Paar, und in der Luft, der Farbe des Denkens, wird aus diesem Paar ein Widerspruch. Zwei Gedanken, die einander ausschließen und beide gut begründet sind, erzeugen genau das Bild dieser Karte. Die Numerologie gibt der Zwei Empfänglichkeit und die Fähigkeit, Unterschied auszuhalten, ohne ihn sofort aufzulösen.
Umgekehrt hört das Aushalten auf, und das ist meist günstig. Als Schatten der Zwei gelten Unentschlossenheit und Abhängigkeit von äußerer Bestätigung, und beide erkennst du hier wieder. Eine zweite Lesart ist weniger erfreulich: Statt zu entscheiden fallen beide Klingen, und du verlässt die Frage, ohne sie beantwortet zu haben. Das sieht wie Erleichterung aus und kehrt zuverlässig zurück, meist in anderer Kleidung. Wenn sich Zweien um dich häufen, während diese Karte wiederkehrt, prüf, ob du gerade entscheidest oder ob du die Frage nur aus der Hand legst. Beachte auch, dass die Zwei in dieser Farbe härter ausfällt als in den anderen. Bei den Kelchen bedeutet sie Zuneigung, bei den Münzen Balance, bei den Stäben Richtung. Hier bedeutet sie Blockade, denn zwei Gedanken lassen sich nicht mischen. Und beachte, dass die Zwei nichts hervorbringt. Sie stellt zwei nebeneinander, und alles Weitere gehört zur Drei, die in dieser Farbe unmittelbar folgt und nicht angenehm ist.

Mond in der Waage

Zugeordnet ist der Mond in der Waage, und diese Verbindung erklärt die Karte fast vollständig. Der Mond regiert Instinkt, Stimmung und alles, was vor dem Denken eintrifft. Die Waage wägt ab, sucht Ausgleich und tut sich mit dem Beenden von Vorgängen schwer. Zusammen ergeben sie jemanden, der spürt, was richtig wäre, und diesen Eindruck so lange gegen Gegengründe prüft, bis er nicht mehr auffindbar ist. Der Mond über ihr ist zunehmend, also nicht voll, und diese Wahl ist Absicht: Das Licht reicht noch nicht.
Umgekehrt taucht entweder der Mond auf oder die Waage kippt. Taucht der Mond auf, kehrt dein Instinkt zurück, und die Entscheidung fällt in kurzer Zeit, meist zur Überraschung deiner Umgebung. Kippt die Waage, entscheidet die Erschöpfung statt der Abwägung. Die brauchbare Unterscheidung lautet, ob deine Entscheidung aus einer wiedergefundenen Wahrnehmung stammt oder daraus, dass du das Halten nicht mehr aushältst, denn nur eine der beiden trägt. Und beachte, dass diese Zuordnung Angaben nicht braucht, sondern Ruhe. Wer im Lärm entscheidet, entscheidet unter dieser Karte gegen sich. Ein praktischer Hinweis: Diese Zuordnung entscheidet schlecht im Lärm. Wenn du unter Druck oder in Gesellschaft wählst, wählst du gegen deinen Instinkt, und der ist hier die genauere Quelle. Und prüf, ob der Mond über dir zunimmt oder abnimmt. In diesem Bild nimmt er zu, und das ist eine Auskunft über den Zeitpunkt: Das Licht reicht noch nicht, und es wird mehr.

Ein Instinkt, der abgeklemmt wurde

Bei dieser Verbindung wird der Mond von der Waage überstimmt. Dein Gefühl meldet etwas, die Abwägung findet dafür keinen tragfähigen Grund, und weil in dieser Farbe nur Gründe zählen, wird die Meldung verworfen. Nach einigen Wiederholungen meldet sich nichts mehr, und das hältst du für Sachlichkeit.
Die Waage fügt hinzu, dass sie kein Ende kennt. Nähert sich ein Schluss, taucht ein weiterer Gesichtspunkt auf, und das lässt sich unbegrenzt fortsetzen, ohne dass es je nach Vermeidung aussieht. Prüf deshalb, wie oft du dieselbe Frage in den letzten zwei Wochen neu bewertet hast. Steht dort eine zweistellige Zahl, wägst du nicht mehr ab, sondern beruhigst dich. Und beachte, dass diese Zuordnung durch eine Frist gelöst wird und nicht durch bessere Argumente. Setz ein Datum, bevor du weiterprüfst, denn nach der Prüfung wirst du keines mehr setzen. Und prüf, wann du zuletzt eine Entscheidung ohne Begründung getroffen hast. Wem das lange her ist, dem hat die Waage den Mond überstimmt, und das lässt sich mit kleinen Entscheidungen wieder üben. Und beachte, dass eine Frist keine Entscheidung vorwegnimmt. Sie beendet nur das Wägen, und das ist der einzige Teil, den du unter dieser Karte tatsächlich steuern kannst.

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Die Arme kreuzen über dem Herzen

Sieh dir die Haltung genau an. Die Arme sind vor der Brust gekreuzt, und die beiden Schwerter liegen dadurch schützend über dem Herzen. Das ist keine Kampfhaltung, denn aus dieser Stellung lässt sich nicht zuschlagen. Es ist eine Abwehrhaltung, und sie deckt genau die Stelle, die in dieser Karte am wenigsten beteiligt sein soll.
Damit sagt das Bild etwas Genaues über das Patt. Es wird nicht durch Denken aufrechterhalten, sondern durch Schutz. Zwei gleich schwere Möglichkeiten sind der Vorwand, und die eigentliche Arbeit besteht darin, dass nichts an das Herz herankommt, solange die Klingen so liegen. Umgekehrt lösen sich die Arme, und das ist der Grund, warum diese Umkehrung meist als Erleichterung erlebt wird und im ersten Moment als Blöße. Wer die Arme senkt, entscheidet nicht nur. Er lässt zu, dass ihn die Sache berührt, und deshalb kommt die Entscheidung in dieser Karte fast immer zusammen mit einem Gefühl und nicht nach ihm. Prüf außerdem, ob deine Frage tatsächlich zwei Möglichkeiten hat. Häufig gibt es eine dritte, die du nicht in Betracht ziehst, weil sie eine Zumutung für jemanden wäre, und genau das ist die Auskunft. Und prüf, wovor die gekreuzten Arme dich schützen. Meist nicht vor der Entscheidung, sondern vor dem Gefühl, das mit ihr kommt, und dieses Gefühl ist der eigentliche Gegenstand.

Die Binde abnehmen

Bestimm zuerst, welche Fassung vorliegt, denn die Mittel unterscheiden sich vollständig. Fehlt dir eine Angabe, benenn sie und beschaff sie diese Woche, statt weiter abzuwägen. Weißt du bereits Bescheid, hilft dir keine weitere Angabe, und deine Arbeit besteht darin, die Sache einmal anzusehen und einmal auszusprechen, gegenüber einem Menschen, der nicht beteiligt ist.
Setz danach eine Frist, denn diese Zuordnung beendet nichts von allein. Ein Datum wirkt hier stärker als jede Verbesserung deiner Überlegung, weil das Halten der beiden Klingen selbst zur Gewohnheit geworden ist. Und dreh dich um. Hinter dir liegt Wasser, und die ganze Zeit, in der du zwei Gedanken gegeneinander gewogen hast, stand deine eigentliche Auskunft im Rücken. Was du fühlst, ist in dieser Farbe kein zulässiges Argument, und es ist regelmäßig die genauere Beschreibung deiner Lage. Und beachte, dass die Erleichterung nach der Entscheidung meist größer ist als der Unterschied zwischen den Möglichkeiten. Das Halten kostet mehr als die falsche Wahl, und diese Rechnung wird selten gemacht. Und beachte, dass du das Meer im Rücken hast und nicht vor dir. Es liegt hinter dir, und um es zu sehen, musst du dich umdrehen, was in dieser Karte die ganze verlangte Bewegung ist.

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